Kürzlich habe ich gegenüber einer Freundin aus Amerika am Telefon in irgendeinen Zusammenhang das Wort „woke“ gesagt – und hörte förmlich, wie sie zusammenzuckte (was natürlich nicht geht, aber Sie wissen, wie ich meine). „Woke“ sagt man nicht mehr, hat sie erklärt, „woke“ sei das Wort, das die Konservativen brauchen, um progressive Ideen als extremistisch zu diffamieren. Ich hätte fast eingewendet, dass die progressive Bewegung sich ja selbst so betitelt habe, seit etwa zehn Jahren, ausgehend von den Black Lives Matter-Demonstrationen in den USA. Aber sie war so überzeugt, dass ich verzichtete.

Unser Gespräch drehte sich auch um Privilegien der Menschen in gutsituierten Ländern. Und nachdem wir aufgehängt hatten, wurde mir bewusst, dass auch „Privileg“ ein Wort ist, das gerade seine Bedeutung ändert. Weiterlesen