Kürzlich auf dem Bus von unserem Quartier zum Agglo-Bahnhof. Ein Junge, vielleicht 16 oder 17 Jahre alt, setzt sich vor mich, mit einem gleichaltrigen Mädchen, aber telefonierend. Er hat einen wilden, unkonzentrierten Blick aus glasigen Augen und flucht übel vor sich hin, das Mädchen beachtet ihn nicht. Er ist damit beschäftigt, pausenlos jemanden zu beleidigen. Gesittet übersetzt kann man seine Tirade so zusammenfassen: Wer auch immer da am Telefon ist, muss gar nicht meinen, denn mit ihm (also dem Sprecher) kann man so nicht umgehen, und sollte sich nicht schleunigst was ändern, muss sich das Gegenüber auf einiges gefasst machen: Ein Schwall gewalttätiger Drohungen wie aus einem Gangsterfilm im amerikanischen HipHop-Milieu schallt durch den Bus. Erst als wir am Bahnhof aussteigen, kommt mir der Gedanke, dass er gar nicht telefoniert, sondern Raps übt zu einer Musik, die auf dem Telefon läuft. Das wäre immerhin etwas beruhigend. Weiterlesen