Kategorie: Kolumnen Frutigländer (Seite 25 von 27)

Die heimlifeisse Provinz – April 2015

Ich erinnere mich gut, dass Städte für mich in meiner Jugend mit drei Worten rasch umschrieben waren: Grau, lut u gruusig. Die Leute grüssen sich nicht auf der Strasse, überall Verkehr, ein riesiges Gehetze. Die jungen Thuner waren „die Coolen“, die im Selveareal tanzen gingen, Fila-Schuhe und -Hüte trugen und „mau“ sagten anstatt „mal“. Und die Mädchen waren geschminkt, mit 16! Das kam mir damals reichlich frivol und dekadent vor. Als wir dann später regelmässig in den Ausgang gingen nach Thun, begegneten wir auch den umgekehrten Vorurteilen.

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"C'est dûre, en Suisse, hein?" – Februar 2015

Diese Woche ist meine Kolumne eine überlange Postkarte. Ich mache gerade Musikerferien in einem Häuschen in Südfrankreich. Musikerferien, das heisst, Ferien von allem anderen, um nur Musik machen zu können. Damit werden die Ferien aus dem „gewöhnlichen“ Arbeitsverhältnis natürlich trotzdem aufgebraucht, aber ich beklage mich nicht. Ich teile diese Umstände mit dem allergrössten Teil der Musikerinnen und Musiker der Schweiz. Auch bei den richtig grossen Bands (mit Ausnahme der Hauptfiguren, manchmal) spielen die Leute entweder in mehreren Bands oder arbeiten zumindest teilweise als Angestellte. Das nur nebenbei. Ist ja vielleicht mal gut zu wissen.

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"Was hesch gmeint?" – Januar 2015

Es guets Nüüs, Ihnen allen! Ich hoffe, es fühlt sich „neu“ an für Sie, und falls Sie sich eine Veränderung gewünscht haben, dass der Jahres“wechsel“ auch seinem Namen gerecht wird. In dieser Zeit der „besten“ Wünsche und Vorsätze werden mir immer Tücken der Sprache bewusst. Vielleicht nehme ich Wörter auch zu wörtlich? Schon als Teenager habe ich meine Mitschüler genervt: Wenn jemand (Entschuldigung im Voraus) „Gopfertammi!“ sagte, habe ich gefragt: „Söll er würklich?“
Kürzlich auf dem Markt in Bern belauscht:
Sie: „Machsch o no chli Ferie?“
Er: „Ja, aber weiss no nid wo.“
Sie: „I würd uf Frankriich, dasch immer schön.“
Er: „Ja Frankriich scho, aber d’Franzose, die sy furchtbar.“
Sie: „Chumm jitz, das chame emu nid so säge.“
Er: „Die chame mir a alli zämebinde u i ds Meer schiesse.“

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